Gemeinsames Merkmal der Arbeiten ist die offenkundige wie hintergründige künstlerische Auseinandersetzung und die Reaktion auf die geschichtlich-gesellschaftlichen Veränderungen, die der Mauerbau, der Kalte Krieg und die Wiedervereinigung 1989 hervorgerufen haben. Künstler-
persönlichkeiten wie Rainer Fetting, Jörg Immendorff, Markus Lüpertz, Karl Horst Hödicke oder A. R. Penck, Hartwig Ebersbach, Michael Morgner und Volker Stelzmann haben dem geteilten Land insbesondere der Mauer zum Teil wegen ihrer eigenen Biografie größte Aufmerksamkeit geschenkt. Das zeitliche Spektrum reicht dabei zurück bis in die Nachkriegszeit mit Karl Hofer, Otto Dix, Gustav Seitz und Bernhard Heiliger.
Am Beispiel von Willi Baumeister wird exemplarisch die Kunstdiskussion um abstrakt und figurativ der 1950er Jahre erläutert. Für die Emanzipationsbewegungen und das gesellschaftskritische Aufbegehren gegen die Adenauer-Ära stehen in Süddeutschland die jungen wilden Künstler um SPUR Anhand von Hans Ticha, Udo Eisenacher oder Johannes Heisig werden prägnante Beispiele von konfliktbezogener Malerei vor und nach der Wende gezeigt. Die Ausstellung greift bis in das nachbarschaftliche Heute mit jüngeren Künstlern: Verena Rempel aus Würzburg, aus Gera Erik Buchholz oder den Rheinländern Harald Klemm und Thomas Baumgärtel.